17. Dezember 2025

Hightech-Herzmedizin im Henriettenstift

2025-12-17T13:05:14+01:0017. Dezember 2025|

Besprechen die Angiografie-Ergebnisse einer Patientin:

die Assistenzärztinnen Johanna Fischer (l.) und Selin Ertan sowie Chefarzt Dr. L. Christian Napp.

Hightech-Herzmedizin im Henriettenstift

Unter der Leitung von Dr. L. Christian Napp entwickelt sich die Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin am DIAKOVERE Henriettenstift zu einem Zentrum modernster Herzmedizin mit neuen Herzkatheterlaboren, Hightech-Verfahren und klaren Strukturen.

Seit dem 15. August leitet Dr. L. Christian Napp die Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin mit dem Ziel, technische Spitzenmedizin und persönliche Zuwendung zu verbinden. „Wir wollen Hightech-Medizin mit Herz betreiben“, so der Kardiologe. Bereits wenige Wochen nach seinem Start hat sich vieles bewegt: Das Herzkatheterlabor wird derzeit erneuert, neue Behandlungsverfahren wurden eingeführt und ein engagiertes Team arbeitet an klaren Abläufen sowie einer engen Vernetzung mit den Zuweisenden.

HD-IVUS-System und intravaskuläre Lithotripsie

„Durch unser neues Herzkatheterlabor können wir in Zukunft schneller reagieren und komplexe Fälle auf höchstem Niveau versorgen“, betont Dr. Napp. Ein besonderer Fortschritt ist das neue HD-IVUS-System (High Definition Intravascular Ultrasound). Es ermöglicht hochauflösende Aufnahmen aus dem Inneren der Herzkranzgefäße. „Damit können wir beurteilen, wie gut eine

Gefäßbehandlung gelungen ist. Das erhöht die Sicherheit und verbessert die Behandlungsergebnisse für die Patientinnen und Patienten erheblich“, so der Chefarzt. Auch bei stark verkalkten Gefäßen verfügt die Klinik nun über erweiterte Möglichkeiten: Die intravaskuläre Lithotripsie (IVL) induziert durch einen speziellen Ballonkatheter und durch das Aussenden von Schallwellen Mikrorisse in Kalkablagerungen. Die Rotablation trägt Engstellen im Gefäß mit einem diamantbeschichteten, 180.000 Umdrehungen pro Minute schnellen Bohrkopf schonend ab. Diese Verfahren werden nur in hoch spezialisierten Zentren eingesetzt.

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Umdrehungen pro Minute nutzt der diamantbeschichtete Bohrkopf bei der Rotablation zur Abtragung von Engstellen stark verkalkter Gefäße.

Mikroherzpumpe für komplexe Fälle

Ein weiterer Fortschritt ist die Anschaffung spezieller Mikroherzpumpen, die während eines Eingriffs vorübergehend die Pumpfunktion des Herzens übernehmen. „So können wir auch Betroffene versorgen, die früher als nicht behandelbar galten“, so Dr. Napp. Dabei profitieren die Teams von der engen Zusammenarbeit am Standort Henrietten­stift. Die interventionelle Kardiologie und die kardiologische Intensivmedizin sind mit Neurologie, Radiologie und Gefäßchirurgie räumlich und organisatorisch eng vernetzt. „Das erlaubt uns, auch schwer kranke Menschen sicher zu versorgen“, sagt Dr. Napp.

Arbeitet Hand in Hand:

das Team der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin.

Verbesserte Kommunikation mit Zuweisenden

Neben der technischen Ausstattung steht für den Chefarzt der Teamgedanke im Mittelpunkt. Der gezielte Ausbau des ärztlichen Personals und klare Verantwortlichkeiten in allen Bereichen haben spürbare Verbesserungen gebracht. Mit einem neuen Terminsekretariat wurde zudem die Kommunikation mit zuweisenden Praxen neu organisiert. „Unsere Partner sollen sich darauf verlassen können, dass wir erreichbar sind, Termine verlässlich vergeben und Rückmeldungen zeitnah erfolgen“, betont Dr. Napp. Für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen sowie zuweisende Krankenhäuser entsteht damit eine verlässliche Schnittstelle mit strukturierten Abläufen, modernster Technik und direkten Ansprechpersonen. „Gute Medizin entsteht nicht nur durch Hightech – sondern durch Gewissenhaftigkeit, Zusammenarbeit und Zeit für die einzelnen Menschen“, so der Chefarzt.

„Unsere Partner sollen sich darauf verlassen können, dass wir erreichbar sind, Termine verlässlich vergeben und Rückmeldungen zeitnah erfolgen.“
Dr. L. Christian Napp

Herzinsuffizienz und Prävention

Neu aufgestellt wurde der BereichHerzinsuffizienz, geleitet von OberarztDr. Felix Memenga. Er bündelt die Versorgung akuter und chronischer Herzschwäche von Schockbehandlung mit Herzpumpen bis zur medikamentösen und devicebasierten Therapie. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit Dr. Stefanie Fahlbusch, die den Bereich Device-Therapie leitet. Gleichzeitig rückt die Prävention stärker in den Fokus: Wir wollen Herz- und Gefäßerkrankungen möglichst verhindern, bevor sie entstehen, sagt Napp. Dazu gehören Vorsorgeuntersuchungen, Beratung zu Lebensstil und Medikation – oft initiiert im Rahmen anderer Krankenhausaufenthalte. 

Kontakt

Dr. L. Christian Napp
Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin

Telefon: (05 11) 289-2630
E-Mail: christian.napp@diakovere.de

Neue Studien zur ALS-Behandlung

2025-12-17T13:05:39+01:0016. Dezember 2025|

Neue Studien zur ALS-Behandlung

Die Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am DIAKOVERE Henriettenstift erweitert unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Petri die Aktivitäten im Bereich der Forschung und Versorgung bei amyotrophen Lateralsklerose (ALS).

Neben dem Ausbau der ambulanten spezialärztlichen Versorgung (ASV) für neuromuskuläre Erkrankungen nimmt das Team um Chefärztin Prof. Dr. Susanne Petri aktuell an mehreren neuen klinischen Studien teil. Diese setzen wichtige Impulse für die Weiterentwicklung neuer Optionen für die Therapie der ALS.

Kümmern sich in der Neurologie auch um Patientinnen und Patienten mit ALS:

Pflegefachkraft Sarah Firus (v. l.), Chefärztin Prof. Dr. Susanne Petri und Assistenzärztin Laura Valentina Garcia Forero.

Nationale und internationale Studienprogramme

Im Zentrum stehen zwei groß angelegte, deutschlandweite beziehungsweise in Europa und den USA laufende Studien. Die erste, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte Studie untersucht ein hochkalorisches Ernährungssupplement. Hintergrund ist der enge Zusammenhang zwischen Gewichtsverlust und beschleunigtem Fortschreiten der Erkrankung. Über eine gezielte nutritive Intervention soll geprüft werden, ob ein stabiler Ernährungsstatus den Verlauf positiv beeinflussen kann. Die zweite, internationale Studie prüft die Wirksamkeit eines antiinflammatorischen Wirkstoffs, der per Infusion verabreicht wird, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Die Untersuchungsprogramme umfassen motorische Funktionstests, Fragebogenerhebungen, Laboranalysen und EKG-Kontrollen. Die Intervalle reichen je nach Studie von zweiwöchentlichen bis zu dreimonatlichen Terminen. Pro Studie können fünf bis zehn Patientinnen und Patienten eingeschlossen werden.

Für beide Projekte wurde eine erfahrene Studienkoordinatorin gewonnen, die zuvor an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) tätig war. Die Studien folgen den Vorgaben der Good Clinical Practice (GCP). Weder die Teilnehmenden noch die Behandelnden kennen die Zuordnung von Wirkstoff und Placebo.

Zentrale Rolle der ASV

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) für neuromuskuläre Erkrankungen bildet die strukturelle Grundlage für die Teilnahme an diesen Projekten. Der Verbund aus MHH, niedergelassenen Praxen und DIAKOVERE ermöglicht eine sektorenübergreifend koordinierte, hoch spezialisierte Betreuung.

Die Vorgaben der GCP stellen die Einhaltung wissenschaftlicher Standards sicher, wie etwa bei Meldewegen für Nebenwirkungen, Datenschutz oder Dokumentation. „Für viele Patientinnen und Patienten ist die Studienteilnahme nicht nur Ausdruck der Hoffnung auf neue Therapieoptionen, sondern auch die Möglichkeit, zur Weiterentwicklung der Behandlung beizutragen“, so Prof. Petri.

„Für viele Patientinnen und Patienten ist die Studienteilnahme eine Möglichkeit, zur Weiterentwicklung der Behandlung beizutragen.“
Prof. Dr. Susanne Petri

Versorgungsinnovationen

Neben den Interventionsstudien beteiligt sich die Klinik auch am bundesweiten ALS-Register. Mit rund 7000 bis 8000 Betroffenen gilt die Erkrankung als selten; flächendeckend erhobene klinische Daten und Biomaterialien sind daher essenziell.

Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit einem als Ausgründung der Charité Berlin entstandenen Hilfsmittelportal, das Versorgungswege für Hilfsmittel wie Orthesen, Kommunikationshilfen oder spezialisierte Rollstuhlversorgung optimiert und bundesweit vernetzt. Auch mit der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM), der größten deutschen Selbsthilfeorganisation, besteht eine enge Zusammenarbeit. Hier erhalten Betroffene unter anderem Unterstützung durch Sozial- und Hilfsmittelberatung.

Aufbau der ASV für Multiple Sklerose

Parallel dazu steht der Aufbau einer ASV-Struktur für Multiple Sklerose (MS) unmittelbar bevor. Die Genehmigung durch den erweiterten Landesausschuss liegt vor. „Nach Abschluss der technischen Implementierung wird die neue Versorgungsform zeitnah an den Start gehen“, so Prof. Petri.

Geteilte Expertise:

Bei der regelmäßigen Röntgenbesprechung diskutiert das Team die Befunde der Patientinnen und Patienten.

Kontakt

Prof. Dr. Susanne Petri
Chefärztin Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie

Telefon: (05 11) 289-3422
E-Mail: susanne.petri@diakovere.de

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Schmerztherapie

2025-12-17T13:05:45+01:0015. Dezember 2025|

Schmerztherapie:

Physiotherapeutin Stephanie Reinemund behandelt eine Patientin mit einer Low-Level-Laser-Therapie.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Schmerztherapie

Mit ihren spezialisierten Teams für Schmerzmedizin im Friederikenstift und im Annastift bietet DIAKOVERE ein abgestimmtes, interdisziplinäres Therapiespektrum für chronische Schmerzerkrankungen.

DIAKOVERE verfügt über zwei spezialisierte Einrichtungen für Schmerzmedizin, die überregional tätig sind: das Interdisziplinäre Schmerzzentrum am DIAKOVERE Friederikenstift unter Leitung von Dr. Nicolas Jakobs und die Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie am DIAKOVERE Annastift unter Leitung von Dr. Friederike Schulz. Während das Team im Friederikenstift auf Patientinnen und Patienten mit komplexen Schmerzsyndromen spezialisiert ist, liegt der Fokus im Annastift auf chronisch-orthopädischen Schmerzsyndromen.

Beide Zentren arbeiten multiprofessionell mit den Bereichen Medizin, Pflege, Physio- und Ergotherapie sowie spezieller Schmerzpsychotherapie zusammen. Es kommen unter anderem Biofeedback, unterschiedliche Entspannungsverfahren, Yoga, Qigong und Kunsttherapie zum Einsatz. Chronischer Schmerz wird als Erkrankung verstanden, die nur im Zusammenspiel der verschiedenen Fachrichtungen erfolgreich behandelt werden kann. Ziel ist es, dass Betroffene im Rahmen der 14- bis 21-tägigen stationären Therapie selbstwirksam mit ihrem Schmerz umzugehen lernen und langfristig Lebensqualität zurückgewinnen.

DIAKOVERE Friederikenstift: komplexe Schmerzsyndrome im Fokus

Das Schmerzzentrum im Friederikenstift behandelt Patientinnen und Patienten mit komplexem regionalen Schmerzsyndrom (CRPS), neuropathischen Schmerzen oder chronischem Schmerz nach Operationen und Traumata. Ein Schwerpunkt: die Behandlung von Berufsunfallfolgen in Kooperation mit den Berufsgenossenschaften. „Neben der Schmerzreduktion ist auch die Wiederherstellung von Teilhabe und Arbeitsfähigkeit zentral“, betont Dr. Jakobs. Das Zentrum arbeitet eng mit den Abteilungen für Neurologie, Neurochirurgie und Psychosomatik in Kirchrode, externen Schmerzpraxen und Selbsthilfegruppen wie UVSD SchmerzLOS e.  V. sowie der Deutschen Schmerzgesellschaft zusammen. Zudem ist es nominiert für den Qualitätsvertrag nach § 110a SGB V.

„Neben der Schmerzreduktion ist auch die Wiederherstellung von Teilhabe zentral.“
Dr. Nicolas Jakobs

DIAKOVERE Annastift: orthopädischer Schwerpunkt

Im Annastift liegt der Fokus auf chronisch-orthopädischen Schmerzsyndromen wie Rücken-, Gelenk- oder Weichteilschmerzen. „Das Besondere ist, dass wir orthopädische und schmerztherapeutische Expertise unter einem Dach vereinen und eng mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zusammenarbeiten“, so Dr. Schulz. Die Behandlung kombiniert medizinische, funktionelle und psychotherapeutische Verfahren. Ergänzt wird sie durch Bewegungsanalysen in Zusammenarbeit mit der Forschungseinrichtung AnnaTEC und EMS-Training. Zusätzlich stehen Angebote wie ein Snoezelraum für multisensorische Entspannung sowie eine Therapieküche zur Verfügung.

Am Annastift ist außerdem der Aufbau einer stationären Schmerztherapie für Kinder und Jugendliche mit acht Betten in Planung, um eine Versorgungslücke im norddeutschen Raum zu schließen und frühzeitig spezialisierte Hilfe bieten zu können.

Bei der Visite:

Dr. Elisabeth Thorns (links) und Dr. Friederike Schulz sprechen mit einer Patientin.

Nachhaltige Ergebnisse und neue Perspektiven

Alle Behandlungen beginnen mit einem prästationären Assessment, das medizinische, funktionelle und psychosoziale Faktoren erfasst. Gemeinsam legen die Betroffenen und die Ärztin oder der Arzt persönliche und individuelle Therapieziele fest. Im Fokus steht immer eine nachhaltige Umsetzung im Alltag. Drei Monate nach der Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgt eine Verlaufsbefragung. Optional können Patientinnen und Patienten nach sechs bis neun Monaten eine „Boosterwoche“ zur Stabilisierung des Therapieerfolgs und zur Förderung der Selbstwirksamkeit in Anspruch nehmen.

Dr. Friederike Schulz

Kontakt

Dr. Friederike Schulz
Oberärztin, Leitung Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie (IMST) im DIAKOVERE Annastift

Telefon: (05 11) 5354-702
E-Mail: friederike.schulz@diakovere.de

Kontakt

Dr. Nicolas Jakobs
Leitender Arzt Schmerzmedizin, Oberarzt Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin im DIAKOVERE Friederikenstift

Telefon: (05 11) 129-2017
E-Mail: nicolas.jakobs@diakovere.de

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