30. September 2026

Neue Steuerung: direkte Wege in die passende Versorgung

2026-09-30T13:14:10+02:0030. September 2026|

Neue Steuerung: direkte Wege in die passende Versorgung

DIAKOVERE will niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten einen schnellen und unkomplizierten Zugang zur Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten anbieten. Dafür wurden in den vergangenen drei Monaten die bestehenden Zuweisungsprozesse analysiert, Abläufe überprüft, Schwachstellen identifiziert und konkrete Potenziale abgeleitet. Die Ergebnisse fließen derzeit in verbindliche Strukturen und Prozesse sowie klare Zuständigkeiten ein. Ziel ist ein schnellerer und gezielterer Zugang zur jeweils passenden Versorgung.

Neue Wege bei der Zuweisung

Patientinnen und Patienten gelangen zur weiteren Abklärung oft in eine Zentrale Notaufnahme (ZNA). Meistens ist eine Versorgung über die ZNA nicht erforderlich und bindet Ressourcen, die für tatsächliche Notfälle benötigt werden. DIAKOVERE schafft deshalb neue Steuerungsstrukturen, die einen direkten Weg in den medizinisch und pflegerisch geeigneten Fachbereich ermöglichen – ohne Umweg über die ZNA. Mehr zu den neuen Zugangs- und Zuweisungswegen erfahren Sie in den kommenden Ausgaben.

Weitere Infos und Fortbildungen

Ab Anfang 2027 erscheint „Medizin Plus – Der Zuweiser-Newsletter von DIAKOVERE“ digital und ersetzt die bisherige Printausgabe. DIAKOVERE informiert darin weiterhin über neue Angebote, organisatorische Änderungen und relevante Themen für zuweisende Ärztinnen und Ärzte. Ebenfalls 2027 startet unter der Leitung des Ärztlichen Direktors Professor Dr. Ahmed Madisch eine Fortbildungsreihe für Ärztinnen und Ärzte aus internistischen und allgemein-medizinischen Praxen. Im Mittelpunkt stehen relevante Themen der ambulanten und der stationären Versorgung.

Bleiben Sie informiert und melden Sie sich hier zum Zuweisenden-Newsletter von DIAKOVERE an.

Notfallversorgung neu vernetzt

2026-09-30T13:14:23+02:0030. September 2026|

Alles im Blick:

In der ZNA laufen alle Informationen zusammen. Auch Rettungprotokolle werden elektronisch übermittelt.

Notfallversorgung neu vernetzt

Die Interdisziplinären Zentralen Notaufnahmen (ZNA) von DIAKOVERE im Henrietten- und im Friederikenstift entwickeln neue Steuerungsstrukturen für die Notfallversorgung. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten frühzeitig in die passende Versorgung zu führen und die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu verbessern.

Hintergrund ist ein verändertes Patientenaufkommen. Immer häufiger benötigen Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme keine klassische Notfallbehandlung, sondern eine kurzfristige fachärztliche Einschätzung oder eine gezielte Weiterbehandlung. Hierfür entstehen neue Versorgungswege, digitale Prozesse und engere Schnittstellen zwischen Klinik und ambulanter Versorgung.

Zentrales Service- und Kommunikationsmanagement

Bereits heute koordiniert das standortübergreifende Zentrale Belegungsmanagement stationäre Aufnahmen frühzeitig und nutzt freie Kapazitäten effizient. Dadurch können Betten schneller vergeben, Wartezeiten für Patientinnen und Patienten reduziert und Behandlungsabläufe aus der Notaufnahme heraus besser gesteuert werden. Die Neuorganisation des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes trägt außerdem zur Entlastung der Notaufnahmen bei. Über die Nummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erhalten ambulant behandelbare Patientinnen und Patienten zunehmend telemedizinische Beratung oder werden direkt in geeignete Versorgungsstrukturen vermittelt. Auf dieser sektorenübergreifenden Zusammenarbeit möchte DIAKOVERE künftig weiter aufbauen.

„Wichtig ist eine sektorenübergreifende Versorgung, die Akutbehandlung, Medikation und Weiterbetreuung bereits in der Notaufnahme gemeinsam denkt.“
Dr. Sven Wolf

Perspektivisch entsteht ein zentrales Service- und Kommunikationsmanagement, das die Abstimmung mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erleichtert und Zuweisungen effizienter koordiniert. Über definierte Ansprechpersonen sowie zukünftig digitale Terminsteuerungen sollen die passenden Fachbereiche schneller erreicht werden. Gleichzeitig entstehen neue Behandlungspfade für sogenannte semiakute Patientinnen und Patienten, die keine unmittelbare Notfallversorgung benötigen, aber zeitnah fachärztlich vorgestellt werden sollten. „Wir wollen Menschen nicht wegschicken“, so Dr. Sven Wolf, Chefarzt des Notaufnahmezentrums. „Unser Ziel ist es, dass sie von Anfang an an der richtigen Stelle versorgt werden.“

Gut koordiniert:

In der ZNA greifen Rettungsdienst, Aufnahme und weitere Versorgung ineinander.

Digitale Prozesse sinnvoll nutzen

Parallel entwickelt DIAKOVERE ihre digitalen Abläufe weiter. Rettungsdienstprotokolle werden bereits seit über einem Jahr elektronisch übermittelt, sodass medizinische Informationen schon vor Ankunft in der Notaufnahme verfügbar sind. Darüber hinaus bereitet die ZNA im Hentiettenstift den Einsatz einer KI-gestützten Anamnese in Form der symptoX-
Anamnese-„Telefonzelle“ vor. Sie soll im Aufnahmebereich der Notaufnahme für gehfähige Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen. Noch vor dem ärztlichen Erstgespräch können dort standardisierte Informationen wie Vorerkrankungen, Allergien oder Voroperationen angegeben, digital mehrsprachig erfasst und direkt in das Krankenhausinformationssystem übernommen werden. Das schafft Zeit für die medizinische Versorgung und verbessert gleichzeitig die Qualität der verfügbaren Informationen.

Erste fachärztliche Einschätzung:

Dr. Sven Wolf untersucht eine Patientin und legt die weitere Behandlung fest.

Neben neuen Steuerungs- und Versorgungsstrukturen richtet die ZNA ihren Blick zunehmend auf die medizinischen Anforderungen der Notfallmedizin von morgen. Insbesondere die geriatrische Notfallmedizin rückt angesichts einer älter werdenden Bevölkerung weiter in den Fokus. „Wichtig ist eine sektorenübergreifende Versorgung, die Akutbehandlung, Medikation und Weiterbetreuung bereits in der Notaufnahme gemeinsam denkt“, erklärt der Chefarzt.

Geriatrische Notfallmedizin

Ältere Notfallpatientinnen und -patienten benötigen häufig mehr als eine akute Behandlung. Ziel ist eine frühzeitige Gesamteinschätzung der Versorgungssituation bereits in der Notaufnahme. Dazu gehören die strukturierte Überprüfung der Medikation, die Abstimmung der Therapieziele sowie die frühzeitige Planung der Weiterbehandlung gemeinsam mit Hausärztinnen und -ärzten. „Die geriatrische Notfallmedizin wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Da stehen wir im Gegensatz zu anderen Ländern erst am Anfang“, sagt Dr. Sven Wolf, Chefarzt des DIAKOVERE Notaufnahmezentrums. So können unnötige Krankenhausaufenthalte vermieden und die Versorgung besser auf die individuellen Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt werden.

Kontakt

Dr. Sven Wolf
Chefarzt Notaufnahmezentrum

Telefon: (05 11) 129-2861
E-Mail: sven.wolf@diakovere.de

Gelenkersatz neu denken

2026-09-30T13:14:30+02:0030. September 2026|

Gelenkersatz neu denken

Das Department Endoprothetik, Gelenkerhalt & Prävention im DIAKOVERE Annastift entwickelt die Endoprothetik weiter. Im Mittelpunkt stehen heute Prävention, gelenkerhaltende Therapien und eine individuell geplante Versorgung über verschiedene Lebensphasen hinweg.

Endoprothetik bedeutet heute mehr als den Ersatz eines verschlissenen Gelenks", erklärt Prof. Dr. Henning Windhagen, Chefarzt des Departments. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, moderne Operationsverfahren und eine zunehmend personalisierte Behandlung eröffnen die Möglichkeit, Gelenke länger zu erhalten und operative Eingriffe gezielter auf die persönliche Situation der Patientinnen und Patienten abzustimmen. 

Im Gespräch:

Prof. Dr. Henning Windhagen tauscht sich mit den ärztlichen Teams der Klinik für Orthopädie im DIAKOVERE Annastift zu einer OP aus.

Individuelle, langfristige Versorgung

„Die Gelenke begleiten uns durch unser ganzes Leben. Daher sehen wir die Versorgung als langfristigen Behandlungsprozess“, erklärt der Chefarzt und Leiter des Endoprothetikzentrums. Dieser Ansatz rückt nicht mehr allein die Versorgung eines arthrotischen Gelenks in den Fokus. Jüngere Betroffene profitieren von gelenkerhaltenden Eingriffen und Korrekturen wie der periazetabulären Osteotomie (PAO), beispielsweise bei angeborenen Hüftdysplasien, um einen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern.

„Wir müssen den gesamten Menschen betrachten, nicht nur das einzelne Gelenk. Prävention beginnt, lange bevor eine Prothese notwendig wird.“
Prof. Dr. Henning Windhagen

Wird eine Endoprothese notwendig, erfolgt die Versorgung heute deutlich stärker personalisiert. Anatomische Besonderheiten, etwa X- oder O-Beinstellungen, werden gezielt berücksichtigt. Robotische Assistenzsysteme unterstützen insbesondere in der Knieendoprothetik eine hochpräzise Implantation. An der Hüfte kommen sie vor allem bei komplexen Fehlstellungen zum Einsatz. Auch die Nachbehandlung erfolgt konsequent nach Alter, Mobilität und individuellen Voraussetzungen. „Wir behandeln nicht mehr jede Patientin und jeden Patienten nach demselben Schema. Der Mensch mit seinen individuellen Voraussetzungen steht heute noch stärker im Mittelpunkt als früher“, beschreibt Prof. Dr. Windhagen die Entwicklung.

Seitliches Hüftschmerzsyndrom

Hinter seitlichen Hüftschmerzen steckt häufig keine Arthrose, sondern eine Schädigung der Glutealsehnen. „Eine sorgfältige klinische Untersuchung und die MRT-Diagnostik ermöglichen eine klare Abgrenzung“, so Prof. Dr. Henning Windhagen, Chefarzt des DIAKOVERE Departments für Endoprothetik, Gelenkersatz & Prävention. Im frühen Stadium helfen gezieltes Krafttraining und regenerative sowie vorausschauende Verfahren (ACP). Bei ausgeprägten Sehnenverletzungen kommen rekonstruktive Verfahren mit Sehnenrefixation und Kollagenaugmentation zum Einsatz. Eine frühzeitige Differenzialdiagnose kann unnötige Endoprothesen vermeiden und gelenkerhaltende Therapien ermöglichen.

Spezialisierung schafft Sicherheit

Parallel hat das Department seine Rolle als überregionales Zentrum für komplexe endoprothetische Eingriffe weiter ausgebaut. Einen Schwerpunkt bilden schwierige Erstimplantationen bei angeborenen komplexen Fehlbildungen oder ausgeprägten Fehlstellungen sowie Wechseloperationen bei gelockerten oder fehlgeschlagenen Implantaten. Rund 200 Hüft- und Kniewechselprothesen werden jährlich implantiert. Nach Einschätzungen von Prof. Dr. Windhagen sind hohe Fallzahlen, spezialisierte Teams und eine entsprechende technische Ausstattung entscheidende Voraussetzungen für eine hohe Behandlungsqualität. Diese spiegelt sich auch in den Auswertungen des Endoprothesenregisters Deutschland sowie den Qualitätsanalysen verschiedener Krankenkassen wider.

Nah am Menschen:

Prof. Dr. Henning Windhagen klärt eine Patientin über einen Kniegelenkersatz auf.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Endoprothetik. Das Department beteiligt sich an Forschungsprojekten zur Sicherheit und Langlebigkeit von Implantaten. Ziel ist es, Wechseloperationen möglichst zu vermeiden und langfristig neue Reparaturkonzepte für Implantate zu entwickeln. Gleichzeitig rücken Prävention und konservative Maßnahmen stärker in den Fokus. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, welchen Einfluss Faktoren wie Muskelkraft, Bewegung und Übergewicht auf die langfristige Gelenkgesundheit haben. „Wir müssen den gesamten Menschen betrachten, nicht nur das einzelne Gelenk. Prävention beginnt, lange bevor eine Prothese notwendig wird“, betont Prof. Dr. Windhagen.

Medizinstrategie 2035: kontinuierliche Versorgung über Sektorengrenzen hinweg

2026-09-30T13:14:35+02:0030. September 2026|

Langzeitmedizin im Fokus:

Gerade für ältere Patientinnen und Patienten ist der Krankenhausaufenthalt oft nur eine Etappe auf dem weiteren Behandlungsweg.

Medizinstrategie 2035: kontinuierliche Versorgung über Sektorengrenzen hinweg

Neben der Akut- und Notfallmedizin bildet die Langzeitmedizin den zweiten Schwerpunkt der DIAKOVERE Medizinstrategie 2035. Dahinter steht die Idee, Versorgung bei chronischen, geriatrischen und komplexen Krankheitsverläufen als zusammenhängenden Prozess zu organisieren.

Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele Patientinnen und Patienten nur ein Teil eines längeren Behandlungsverlaufs. Das gilt insbesondere für ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen sowie für Patientinnen und Patienten nach schweren Verletzungen oder mit onkologischen, neurologischen und chronischen Erkrankungen. Für den Behandlungserfolg ist deshalb entscheidend, dass die einzelnen Versorgungsabschnitte gut ineinandergreifen.

Genau hier setzt die Medizinstrategie 2035 an. Nach der Vorstellung des Strukturprinzips 2–5–2 in einer früheren Ausgabe steht diesmal die Langzeitmedizin im Mittelpunkt. Langzeitmedizin bedeutet nicht längere Krankenhausaufenthalte, sondern eine kontinuierliche und koordinierte Versorgung über Sektorengrenzen hinweg. Nach einem Sturz kann beispielsweise neben der Akutversorgung auch eine geriatrische Mitbehandlung, Rehabilitation oder ambulante Weiterbetreuung erforderlich sein. Ziel ist ein abgestimmter Behandlungsweg mit klaren Zuständigkeiten und verlässlichen Übergängen.
DIAKOVERE will dafür die Kompetenzen von Henrietten-stift und Annastift bündeln und weiterentwickeln.

Behandlungspfade verbinden Fachdisziplinen

Den medizinischen Rahmen bilden die fünf Behandlungspfade der Medizinstrategie: Notfall- und Traumakette, Mobilität und Teilhabe, onkologische Zentren und Therapie, Altern im Gleichgewicht sowie Mutter-Kind. Ausgangspunkt ist der individuelle Versorgungsbedarf. Die Behandlungspfade verbinden Fachdisziplinen sowie ambulante, stationäre, tagesklinische und rehabilitative Leistungen durch abgestimmte Abläufe und verlässliche Übergänge.

Was bedeutet das für zuweisende Praxen?

Zuweisende Ärztinnen und Ärzte sind ein zentraler Teil der Versorgungsketten. Sie kennen die Krankengeschichte, Begleiterkrankungen und das persönliche Umfeld ihrer Patientinnen und Patienten und begleiten sie vor und nach dem Krankenhausaufenthalt. Eine enge Abstimmung zwischen Praxis und Klinik ist deshalb entscheidend.

Für den Praxisalltag sind vor allem feste Zuständigkeiten und Ansprechpersonen, transparente Zugangswege und ein zuverlässiger Informationsfluss wichtig. Mit dem gebündelten Zuweisungsmanagement schafft DIAKOVERE
dafür einen zentralen Baustein. Persönliche Kontakte bleiben erhalten und werden durch klare Strukturen und verlässliche Erreichbarkeiten ergänzt.

Entwicklung in Etappen

Die Medizinstrategie 2035 wird schrittweise umgesetzt. Infrastrukturentscheidungen werden erst nach Prüfung der Umsetzbarkeit und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen getroffen. Für zuweisende Praxen gilt weiterhin: Die Versorgung an Henriettenstift, Annastift und Friederikenstift wird verlässlich fortgeführt. Medizinische Leistungen, Einweisungswege und Ansprechpersonen bleiben zunächst erhalten. Die Prüfung eines Schwerpunkts für Langzeitmedizin im Osten Hannovers erfolgt ergebnisoffen. Versorgungssicherheit hat Vorrang.

Gute Versorgung zeigt sich an den Übergängen

Der Erfolg der Medizinstrategie zeigt sich daran, dass Patientinnen und Patienten schneller in das passende Angebot gelangen, Informationen zuverlässig fließen und ambulante sowie stationäre Behandlung besser ineinandergreifen. Für zuweisende Ärztinnen und Ärzte bedeutet das mehr Orientierung und Verlässlichkeit bei komplexen Behandlungsverläufen. Gute Versorgung endet nicht an der Praxistür oder mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Sie entsteht dort, wo alle Beteiligten den weiteren Behandlungsweg gemeinsam im Blick behalten.

Das gilt für Zuweisende

  • Die bestehenden Versorgungsangebote und Einweisungswege bleiben zunächst erhalten.
  • Die Medizinstrategie wird schrittweise bis 2035 und darüber hinaus umgesetzt.
  • Behandlungspfade sollen Zuständigkeiten und Übergänge verlässlicher gestalten.
  • Das Zuweisungsmanagement unterstützt bei der Orientierung und der Vermittlung in passende Fachbereiche.

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