Langzeitmedizin im Fokus:

Gerade für ältere Patientinnen und Patienten ist der Krankenhausaufenthalt oft nur eine Etappe auf dem weiteren Behandlungsweg.

Medizinstrategie 2035: kontinuierliche Versorgung über Sektorengrenzen hinweg

Neben der Akut- und Notfallmedizin bildet die Langzeitmedizin den zweiten Schwerpunkt der DIAKOVERE Medizinstrategie 2035. Dahinter steht die Idee, Versorgung bei chronischen, geriatrischen und komplexen Krankheitsverläufen als zusammenhängenden Prozess zu organisieren.

Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele Patientinnen und Patienten nur ein Teil eines längeren Behandlungsverlaufs. Das gilt insbesondere für ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen sowie für Patientinnen und Patienten nach schweren Verletzungen oder mit onkologischen, neurologischen und chronischen Erkrankungen. Für den Behandlungserfolg ist deshalb entscheidend, dass die einzelnen Versorgungsabschnitte gut ineinandergreifen.

Genau hier setzt die Medizinstrategie 2035 an. Nach der Vorstellung des Strukturprinzips 2–5–2 in einer früheren Ausgabe steht diesmal die Langzeitmedizin im Mittelpunkt. Langzeitmedizin bedeutet nicht längere Krankenhausaufenthalte, sondern eine kontinuierliche und koordinierte Versorgung über Sektorengrenzen hinweg. Nach einem Sturz kann beispielsweise neben der Akutversorgung auch eine geriatrische Mitbehandlung, Rehabilitation oder ambulante Weiterbetreuung erforderlich sein. Ziel ist ein abgestimmter Behandlungsweg mit klaren Zuständigkeiten und verlässlichen Übergängen.
DIAKOVERE will dafür die Kompetenzen von Henrietten-stift und Annastift bündeln und weiterentwickeln.

Behandlungspfade verbinden Fachdisziplinen

Den medizinischen Rahmen bilden die fünf Behandlungspfade der Medizinstrategie: Notfall- und Traumakette, Mobilität und Teilhabe, onkologische Zentren und Therapie, Altern im Gleichgewicht sowie Mutter-Kind. Ausgangspunkt ist der individuelle Versorgungsbedarf. Die Behandlungspfade verbinden Fachdisziplinen sowie ambulante, stationäre, tagesklinische und rehabilitative Leistungen durch abgestimmte Abläufe und verlässliche Übergänge.

Was bedeutet das für zuweisende Praxen?

Zuweisende Ärztinnen und Ärzte sind ein zentraler Teil der Versorgungsketten. Sie kennen die Krankengeschichte, Begleiterkrankungen und das persönliche Umfeld ihrer Patientinnen und Patienten und begleiten sie vor und nach dem Krankenhausaufenthalt. Eine enge Abstimmung zwischen Praxis und Klinik ist deshalb entscheidend.

Für den Praxisalltag sind vor allem feste Zuständigkeiten und Ansprechpersonen, transparente Zugangswege und ein zuverlässiger Informationsfluss wichtig. Mit dem gebündelten Zuweisungsmanagement schafft DIAKOVERE
dafür einen zentralen Baustein. Persönliche Kontakte bleiben erhalten und werden durch klare Strukturen und verlässliche Erreichbarkeiten ergänzt.

Entwicklung in Etappen

Die Medizinstrategie 2035 wird schrittweise umgesetzt. Infrastrukturentscheidungen werden erst nach Prüfung der Umsetzbarkeit und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen getroffen. Für zuweisende Praxen gilt weiterhin: Die Versorgung an Henriettenstift, Annastift und Friederikenstift wird verlässlich fortgeführt. Medizinische Leistungen, Einweisungswege und Ansprechpersonen bleiben zunächst erhalten. Die Prüfung eines Schwerpunkts für Langzeitmedizin im Osten Hannovers erfolgt ergebnisoffen. Versorgungssicherheit hat Vorrang.

Gute Versorgung zeigt sich an den Übergängen

Der Erfolg der Medizinstrategie zeigt sich daran, dass Patientinnen und Patienten schneller in das passende Angebot gelangen, Informationen zuverlässig fließen und ambulante sowie stationäre Behandlung besser ineinandergreifen. Für zuweisende Ärztinnen und Ärzte bedeutet das mehr Orientierung und Verlässlichkeit bei komplexen Behandlungsverläufen. Gute Versorgung endet nicht an der Praxistür oder mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Sie entsteht dort, wo alle Beteiligten den weiteren Behandlungsweg gemeinsam im Blick behalten.

Das gilt für Zuweisende

  • Die bestehenden Versorgungsangebote und Einweisungswege bleiben zunächst erhalten.
  • Die Medizinstrategie wird schrittweise bis 2035 und darüber hinaus umgesetzt.
  • Behandlungspfade sollen Zuständigkeiten und Übergänge verlässlicher gestalten.
  • Das Zuweisungsmanagement unterstützt bei der Orientierung und der Vermittlung in passende Fachbereiche.