
In der ZNA laufen alle Informationen zusammen. Auch Rettungprotokolle werden elektronisch übermittelt.
Notfallversorgung neu vernetzt
Die Interdisziplinären Zentralen Notaufnahmen (ZNA) von DIAKOVERE im Henrietten- und im Friederikenstift entwickeln neue Steuerungsstrukturen für die Notfallversorgung. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten frühzeitig in die passende Versorgung zu führen und die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu verbessern.
Hintergrund ist ein verändertes Patientenaufkommen. Immer häufiger benötigen Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme keine klassische Notfallbehandlung, sondern eine kurzfristige fachärztliche Einschätzung oder eine gezielte Weiterbehandlung. Hierfür entstehen neue Versorgungswege, digitale Prozesse und engere Schnittstellen zwischen Klinik und ambulanter Versorgung.
Zentrales Service- und Kommunikationsmanagement
Bereits heute koordiniert das standortübergreifende Zentrale Belegungsmanagement stationäre Aufnahmen frühzeitig und nutzt freie Kapazitäten effizient. Dadurch können Betten schneller vergeben, Wartezeiten für Patientinnen und Patienten reduziert und Behandlungsabläufe aus der Notaufnahme heraus besser gesteuert werden. Die Neuorganisation des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes trägt außerdem zur Entlastung der Notaufnahmen bei. Über die Nummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erhalten ambulant behandelbare Patientinnen und Patienten zunehmend telemedizinische Beratung oder werden direkt in geeignete Versorgungsstrukturen vermittelt. Auf dieser sektorenübergreifenden Zusammenarbeit möchte DIAKOVERE künftig weiter aufbauen.
„Wichtig ist eine sektorenübergreifende Versorgung, die Akutbehandlung, Medikation und Weiterbetreuung bereits in der Notaufnahme gemeinsam denkt.“
Dr. Sven Wolf
Perspektivisch entsteht ein zentrales Service- und Kommunikationsmanagement, das die Abstimmung mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erleichtert und Zuweisungen effizienter koordiniert. Über definierte Ansprechpersonen sowie zukünftig digitale Terminsteuerungen sollen die passenden Fachbereiche schneller erreicht werden. Gleichzeitig entstehen neue Behandlungspfade für sogenannte semiakute Patientinnen und Patienten, die keine unmittelbare Notfallversorgung benötigen, aber zeitnah fachärztlich vorgestellt werden sollten. „Wir wollen Menschen nicht wegschicken“, so Dr. Sven Wolf, Chefarzt des Notaufnahmezentrums. „Unser Ziel ist es, dass sie von Anfang an an der richtigen Stelle versorgt werden.“

In der ZNA greifen Rettungsdienst, Aufnahme und weitere Versorgung ineinander.
Digitale Prozesse sinnvoll nutzen
Parallel entwickelt DIAKOVERE ihre digitalen Abläufe weiter. Rettungsdienstprotokolle werden bereits seit über einem Jahr elektronisch übermittelt, sodass medizinische Informationen schon vor Ankunft in der Notaufnahme verfügbar sind. Darüber hinaus bereitet die ZNA im Hentiettenstift den Einsatz einer KI-gestützten Anamnese in Form der symptoX-
Anamnese-„Telefonzelle“ vor. Sie soll im Aufnahmebereich der Notaufnahme für gehfähige Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen. Noch vor dem ärztlichen Erstgespräch können dort standardisierte Informationen wie Vorerkrankungen, Allergien oder Voroperationen angegeben, digital mehrsprachig erfasst und direkt in das Krankenhausinformationssystem übernommen werden. Das schafft Zeit für die medizinische Versorgung und verbessert gleichzeitig die Qualität der verfügbaren Informationen.

Dr. Sven Wolf untersucht eine Patientin und legt die weitere Behandlung fest.
Neben neuen Steuerungs- und Versorgungsstrukturen richtet die ZNA ihren Blick zunehmend auf die medizinischen Anforderungen der Notfallmedizin von morgen. Insbesondere die geriatrische Notfallmedizin rückt angesichts einer älter werdenden Bevölkerung weiter in den Fokus. „Wichtig ist eine sektorenübergreifende Versorgung, die Akutbehandlung, Medikation und Weiterbetreuung bereits in der Notaufnahme gemeinsam denkt“, erklärt der Chefarzt.
Geriatrische Notfallmedizin
Ältere Notfallpatientinnen und -patienten benötigen häufig mehr als eine akute Behandlung. Ziel ist eine frühzeitige Gesamteinschätzung der Versorgungssituation bereits in der Notaufnahme. Dazu gehören die strukturierte Überprüfung der Medikation, die Abstimmung der Therapieziele sowie die frühzeitige Planung der Weiterbehandlung gemeinsam mit Hausärztinnen und -ärzten. „Die geriatrische Notfallmedizin wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Da stehen wir im Gegensatz zu anderen Ländern erst am Anfang“, sagt Dr. Sven Wolf, Chefarzt des DIAKOVERE Notaufnahmezentrums. So können unnötige Krankenhausaufenthalte vermieden und die Versorgung besser auf die individuellen Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt werden.

Kontakt
Dr. Sven Wolf
Chefarzt Notaufnahmezentrum
Telefon: (05 11) 129-2861
E-Mail: sven.wolf@diakovere.de
